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Peraine

In vino veritas

Während die Helden morgens wach liegen, in dieser wunderbaren Zeit, in der man weder aufstehen muss noch weiterschlafen möchte, haben sie genug Zeit noch einmal die Ereignisse des letzten Tages Revue passieren zu lassen.

Kolja und Zeran erinnern sich an ihren ersten Besuch bei den Wachen von Waibel Ulmsen am nördlichen Tor, bei dem sie von so einigen Schlägereien in der Umgebung erfuhren. Anscheinend hatte es bereits verschiedene Gasthäuser getroffen und zur Freude aller marxistisch angehauchten Bornländer, hauen sich Adelige und einfaches Volk gleichermaßen die Köpfe ein. Gewalt als großer Gleichmacher, das Proletariat lässt grüßen.

Sie entschlossen sich dazu, der Sache besser selbst auf den Grund zu gehen und klapperten einige Tavernen ab. Natürlich wurden dabei sowohl Wein als auch Bier aufs Genaueste getestet, so dass Kolja bald etwas fröhlicher durch die Straßen schlenderte. Auch Zeran schien die frische Luft zu verwirren und die Gelehrtenknochen etwas wagemutiger zu machen. Er erweitert sein übliches Glas Wasser um etwas Minze, die übliche Einstiegsdroge in die tiefen Schluchten des Teegenusses, die schon so viele Gildenmagier verschlungen haben.


Bornischer Wein

ist so wie das Blut der Erde

Komm', schenk dir ein

Und wenn ich dann traurig werde

Liegt es daran, dass ich immer träume von daheim

Du musst verzeih'n


Bornischer Wein

und die altvertrauten Lieder

Schenk' noch mal ein

Denn ich fühl' die Sehnsucht wieder

In dieser Stadt werd' ich immer nur ein Fremder sein

Und allein


Tatsächlich hatten sie Glück, vor der Ogerfaust erlebten sie die Auflösung eines wahren Faustgemenges. Das weckte natürlich ihr Misstrauen. In der dritten Bar ihres abendlichen Trinkgelages trafen sie ein verdächtiges Subjekt, nein, Innuendo war zu diesem Zeitpunkt anderweitig beschäftigt, das ihnen nach kurzem Gespräch nützliche Infos bezüglich des vergifteten Weines liefern konnte. So wurden sie auch auf verschiedene Personen aufmerksam gemacht, die anscheinend für die Verbreitung des modifizierten Genussmittels verantwortlich waren.


Ihr Weg führte sie schließlich zum Marktplatz, wo sie mit ihren Freunden zusammentrafen. Diese hatten sich in der Zwischenzeit auch nützlich gemacht. Mit Gromm gleichermaßen als Ablenkung sowie befelltem Frühwarnsystem, hatte sich Innuendo im Zimmer von Hanig von Hundhofen umgesehen. Er sah allerdings nur dessen Instrumentensammlung und eine verdächtige Flasche, nein, nicht im Spiegel, von der er eine Probe mitgehen ließ. Diese konnte Gromm später einwandfrei als Korssamen identifizieren. Außerdem entschlüsselte er in einem Liebesbrief eine versteckte Botschaft, die Herrn Hanig in zwei Tagen um Mitternacht zu einem Techtelmechtel hinter dem Hesindetempel aufforderte.

Derlei über die Ereignisse nachbrütend, gingen die Helden zu Bett, um am nächsten Morgen den Problemen ihre volle Aufmerksamkeit zu widmen.

Erstellt von Benjamin
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