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Tsa

Duell der Nichtmagier

Wieder einmal sehen sich die Helden einer scheinbar ausweglosen Situation gegenüber. Von der Rhondrageweihten Leudara, eigentlich eine Vertrauensperson, in eine Falle gelockt, stecken sie mächtig in der Bredouille. Vor ihnen, auf freiem Feld, steht ein ganzer Haufen Korknaben, angeführt von Irinje von Leuenfurt persönlich. Selbst Rudjew von Arauken ist präsent und fühlt sich mit einer Übermacht im Rücken sichtlich wohl.

Es ist Lugwin der den waffenstarrenden Gegnern wagemutig entgegentritt. Er beginnt eine Rede, zieht alle Register und appelliert an die Reste der Ehrbarkeit in den korrumpierten Geweihten. Obwohl Rudjew als ebenso geübter Dogmatiker immer wieder versucht ihm Steine in den Weg zu werfen, lässt sich Lugwin nicht unterkriegen. Am Ende seiner Rede stimmt Irinje seinem Vorschlag zu. Es wird drei Zweikämpfe geben, die über das Schicksal der Abenteurer entscheiden werden.

Folgende Waffenhändel werden ausgetragen:

Lugwin tritt gegen einen Soldaten aus den Reihen hinter Irinje an. Nach dem Eröffnungsschlag des Gegners, den der Geschichtenerzähler nicht parieren kann, fängt er sich schnell wieder und gibt seinem Gegenüber einige Schläge mit. Er schafft es sogar ihn zu Fall zu bringen.

Doch der ist noch nicht geschlagen.

Es folgt ein heftiger Schlagabtausch, beide Kombattanten müssen einige Schläge einstecken. Keine Seite scheint ihre Führung ausbauen zu können. Doch dann gelingt es Lugwin einen mächtigen Hieb gegen seinen Gegner zu führen. Der revanchiert sich zwar, aber ist zu angeschlagen und vernachlässigt seine Verteidigung, was Lugwin prompt erneutausnutzt. Gnadenlos fällt er seinen Gegner.

Währenddessen geht es bei Kolja ebenso lebhaft zu. Auch sein Gegner ist ein Korjünger, scheijnt aber einer von der erfahreneren Sorte zu sein. Obwohl Kolja hervorragend kämpft, scheinen seine Klingen die Rüstung des Korgläubigen kaum durchdringen zu können. So bleibt dem Waldläufer nichts anderes übrig, als den Lugwin zu machen und er überredet seinen Gegenüber, dass es im Interesse der Fairness ohne Rüstung doch ein bedeutend göttergefälliger Kampf wäre. Und so kommt es zu einer kurzen Strip-Einlage im Unterhaltungsprogramm.

Danach scheint der Kampf deutlich ausgewogener zu sein, ja man könnte beinahe sagen, dass Kolja nun die Überhand zu haben scheint. Er bewegt sich wie ein Schmetterling, aber sticht wie eine Biene, mit der Ausnahme natürlich, dass er nach vollbrachter Tat nicht leblos zu Boden fällt.

Er lässt seinem Gegner kaum Zeit sich zu erholen und bietet ihm sogar ein blutloses Ende des Kampfes an. Aber Frinjoff, dessen Name Kolja bei seinen Überredungsversuchen genannt bekam, bleibt stur. Das rächt sich.

Der erfahrene Waldläufer mag zwar Milde und Mitgefühl zeigen, aber das bedeutet nicht, dass er ein leichter Gegner ist. Nachdem er erkannt hat, dass mit Frinjoff nicht zu reden ist, entschließt er sich, den Kampf auf andere Weise schnellstmöglich zu beenden – in diesem Fall bedeutet das, dem Korgläubigen seinen Dolch durchs Auge bis ins Gehirn zu stoßen. Es hat den gewünschten Effekt.

Der dritte Zweikampf wird zwischen Leudara und Irinje höchstselbst ausgefochten. Es ist beinahe poetisch, zwei ehemalige Waffenschwestern, vielleicht sogar Freundinnen, entzweit von Geschehnissen und Radikalisierungen, stehen sich nun auf dem Schlachtfeld gegenüber.

Keine der Kämpferinnen scheint aber aufgrund der Vergangenheit Mitleid zu haben oder sie Sache sanft angehen zu wollen. Es kommt zu einem harten Schlagabtausch, in dem sich Leudara deutlich überlegen zeigt. Schon bald lässt der Ansturm ihrer Klinge Irinje entkräftet und außer Atem zurück und es dauert nicht lange, bis die Rhondrageweihte den finalen Schlag führen kann. Als quasi symbolische Geste für die Gruppe der Korgläubigen im Hintergrund, köpft sie deren Anführerin kurzerhand.

Die lassen sich nicht lange bitten und ziehen nach einem dermaßen beeindruckenden Schauspiel schnell von dannen. Außer Rudjew von Arauken, der bereits einige Minuten vorher die beine in die Hand nahm, als das Blatt sich zu wenden begann.

Nach getaner Arbeit werden die Wunden versorgt, die gefangengehaltene Mume Dascha Jantareff wird befreit und die Gruppe macht sich per Floß weiter auf den Weg Richtung Firunen.

Es dauert nicht lange und die Gruppe erreicht den vielgerühmten Tempel, Ziel ihrer langen und beschwerlichen Reise. Nachdem einige Milchbubis erschreckt hat, die die Tür verschlossen hielten, wird noch der Tempel durchsucht und das eine oder andere mitgenommen.

Im Keller finden Lugwin und Kolja einen Eingang in die Unterwelt oder zumindest in einen anderen Teil des Kellers, müssen sich nach kurzer Erkundungstour aber zurückziehen, als ihnen eine Grabassel entgegenkommt.

Es folgt noch ein kurzer Moment der Aufregung, als Alriksei mit der gesamten Norbardensippe im Schlepptau bewaffnet am Tempeltor erscheint, aber da die Situation unter Kontrolle ist, wird kurzerhand gefeiert. Die Helden und Leudara können noch den glücklichen Moment miterleben, als Alriksei endlich seine Mitgift zurückzahlt und somit frei von den Jantareffs ist.

Es sollte auch nicht unerwähnt bleibe, dass es während zu den Feierlichkeiten zu einer Auseinandersetzung kam. Leudara machte sich die, für sie nicht wirklich anstrengende Mühe, Innuendo auseinander zu nehmen, nachdem

er versehentlich die Ersparnisse ihres Ziehväterchens als Korsgläubigenbudget konfisziert hatte

einige fremde Münzen auf wahrscheinlich magische Weise in seiner Tasche erschienen waren

seine Diebestriebe die Überhand nahmen und er ein armes, altes Väterchen um dessen letzten Pfennig erleichterte.Nichtsdestotrotz ist es ein Abend zum Feiern und den hat sich die Gruppe an ungewöhnlichen Helden redlich verdient.

Erstellt von Benjamin
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Kommentare

Wenn die Schwestern meiner Mutter dauernd streiten, sind sie dann auch Kombattanten?

Geschrieben von Benjamin am 21.06.2020 um 09:29