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27.
Boron

Die glorreichen Sechs

Bereits früh am Morgen brechen Kolja und Salwinja wieder auf. Doch die Ereignisse der letzten Nacht scheinen ihren Tribut gefordert zu haben. Kolja verliert die Spur aus den Augen, kann sie aber kurz darauf glücklicherweise wiederfinden.

Der Wirt eines kleinen Dorfes, dass sie durchqueren, bestätigt ihnen, dass sie sich auf dem richtigen Weg befinden. Und so erreichen sie nach einer Weile Plötzingen, eine kleine Stadt mit einigen Gutshäusern und einem Tempel. Salwinja kommt von ihrem hohen Ross herab um sich mit einer älteren Dame des einfachen Volkes zu unterhalten, die behauptet, die Gesuchten gesehen zu haben.

Sie schickt unser ungleiches Duo weiter, nach Nordosten, in Richtung Rivilauken und wird noch dazu angehalten, den nachfolgenden Begleitern dieselbe Infor zu geben. Selbstverständlich folgen sie dem Weg, der alsbald von einigen Karrenspuren verlassen wird. Sie beschließen, ein Nachtlager aufzuschlagen und morgen weiterzureisen, da es bereits spät ist. Doch ihre Nachhut erscheint nicht. Schließlich entscheiden sie sich besorgt, zurückzureiten und notfalls helfend eingreifen zu können.

Unterdessen:

Auch die zweite Gruppe erreicht schließlich Plötzingen und nach kurzer Suche findet Lugwin eine ältere Dame, von der er annimmt, dass sie ihm weiterhelfen könne. Diese ist gerne dazu bereit, aber nur im Gegenzug einer Bezahlung von 5 Hellern. Zähneknirschend entrichtet der Erzähler das Geforderte und erfährt, dass Kolja und Salwinja den Reitern in Richtung Nordosten gefolgt sind.

Da es bereits spät ist und keiner wirklich Lust auf noch mehr Lauferei hat, wird entschieden, sich im Gasthof niederzulassen. Doch welche Überraschung, beim Betreten des Selbigen findet die Gruppe Herrn Stellmacher aus Festum vor. Der freut sich auch sehr über das Wiedersehen und requiriert spontan Rashka und Lugwin für den Versuch, die Dorfbewohner zum Singen eines Kanons zu bewegen. Innuendo versucht, sich elegant aus der Affäre zu ziehen, wird darin aber von Bolgar übertroffen, der die Füße fest auf den Boden stellt und mit eisern verschränkten Armen ein, mit zwergischer Sturheit erfülltes, „Nein.“ Von sich gibt. Selbst jemand so begeisterungsfähiges wie Stellmacher muss dem Gegenüber seine Niederlage eingestehen.

Dank der Hilfe der musikalisch nicht unbegabten Hexe und dem Pfeifenmann mit der tollen Stimme, sind die Dorfbewohner bald Feuer und Flamme. Es entwickelt sich eine durchaus angenehme Gasthausatmosphäre.

Die Kunga schlägt die Pauke,
dass sich der Goblin traut,
sein’ Spieß und Schrei zu heben.
Es dröhnt die Pauke laut.


Die Kunga schlägt die Pauke
auf’s magisch laute Fell.
Sie wird die Schlacht entscheiden,
sie hämmert wild und schnell.


Die Kunga schlägt die Pauke
ihr Ton ist satt und voll.
Sie reizt die Elemente,
der Goblin kämpft wie toll

Der Abend ist bereits ein bisschen fortgeschritten und die gute Stimmung ist eher am Wachsen als am Nachlassen, als die Tür aufgerissen wird und eine äußerst missbilligende Salwinja den Raum betritt. Die Dorfbewohner haben an diesem Abend Glück, erleben sie doch ein unglaubliches Schauspiel, als Salwinja ihre Begleiter nach allen Regeln der Kunst herunterputzt. Sie wirft ihnen vor, ihre göttergegebene Aufgabe zu vernachlässigen, vom rechten Weg abgekommen zu sein und nicht genug Unterstützung mitzubringen.

Die Menge zeigt sich sichtlich beeindruckt und schlägt sich schnell auf Salwinjas Seite. Aufgebracht von den Worten der Adeligen entwickelt sie spürbar negative Ansichten gegenüber den Leuten, mit denen sie vor ein paar Minuten noch so fröhlich gefeiert hat. Die Situation droht zu kippen und Innuendo sieht sich schon am nächsten Baum aufgeknüpft, als Lugwin das Wort ergreift.

Obwohl die Gemüter aufgebracht sind, kann man gar nicht anders, als dem charismatischen Mann zuzuhören, der erzählt wie es wirklich ablief. Gerne gibt er zu, dass sie auf einer wirklich wichtigen Mission sind und es stimmt auch, dass sie hier feiern, anstatt die Geflohenen zu verfolgen. Aber doch auch nur weil sie versuchen, weitere Informationen zu sammeln. Die Nacht draußen zu verbringen ändert daran, dass die Flüchtigen weglaufen, aber indem man sich umhört kann man ihnen doch vielleicht zuvorkommen! Mit diesen und weiteren hanebüchenen Aussagen schafft er es tatsächlich, die Menge zu beruhigen – entgegen aller Wahrscheinlichkeit. Ihm ist es zu verdanken, dass die Sache nicht bedeutend schlimmer ausging.

Aber nun müssen die Helden auch ihren Verpflichtungen nachkommen, deshalb macht sich eine große Gruppe auf zum Gasthaus, in dem die Flüchtigen genächtigt haben sollen.

Es ist eine durchaus heruntergekommene Kaschemme, bei der Bier beliebter als Wein und handfeste Auseinandersetzungen beliebter als Kanonsingen ist. Bolgar und Rashka betreten den Raum und lassen sich an einem Tisch nieder, ausgestattet mit Badewasser für Bolgar und hochprozentigem Teufelszeug für Rashka.

Während Kolja außerhalb bleibt und sich bereit macht, unterstützend einzugreifen, begeben sich Innuendo und Lugwin auf der Suche nach Informationen in den baufälligen Schuppen des Löwen. Nach einem großzügigen Trinkgeld für den Barkeeper, leitet der sie weiter an den Ritter von der traurigen Gestalt, einen Tagelöhner namens Jasper, der alleine und mit blutunterlaufenen Augen an einem Tisch sitzt.

Geld und Überredungskünsten nicht gewachsen, erzählt er, dass er von den Gestalten verprügelt worden sei, nur weil er einen Kommentar über Rhondra gemacht habe. Er meinte, es sei ihm nur logisch erschienen, hätte der eine doch einen Löwen auf der Brust getragen. Derselbe hätte außerdem anscheinend seine Rüstung mit Ruß schwarz gefärbt. Was allerdings bedeutend beunruhigender ist, ist, dass es sich laut der Beschreibung um Anzak von Lodenhoff Rodebrandt-Ask handelt, dem zusätzlich zwei Finger an der rechten Hand fehlen. Es wird doch kein Rhondrageweihter gewesen sein, der das Gasthaus niederbrannte? Außerdem berichtet er, dass die Gerüsteten sich mit Helmief dem Tuchhändler getroffen haben.

Froh über die neuen Informationen begibt sich die Gruppe zurück zu ihrem eigenen, etwas höherklassigen Gasthaus, in dem sich auch der Tuchhändler befinden soll. Als sie die Kaschemme verlassen, bricht eh gerade eine Schlägerei aus. Was für ein Glück, dass sie genau in diesem Moment eh gehen wollten.

Zurück im derzeitigen Domizil ist auch der Tuchhändler recht schnell gefunden, der sich allerdings weigert zu reden. Aber Lugwin bringt ihn mit einer herzerwärmenden Rede dann doch dazu. Demnach habe Anzak bei ihm Tuch gekauft und sich dann in Richtung Uspiaunen aufgemacht, welches in einer anderen Richtung liegt, als das Ziel seiner Begleiter.

Danach unterhalten sich Bolgar und Lugwin noch mit der Stadtwache am Tor, die nicht sehr viel gesehen hat, aber sie berichtet davon, dass eine Sippe Norbarden in dieselbe Richtung gezogen ist wie Anzak. Handelt es sich um dieselbe wie in Hinterbruch?

Nachdem alle wieder vereint sind wird lange über das weitere Vorgehen nachgedacht. Aber letzten Endes wird entschieden, in Richtung Uspiaunen zu reisen und Anzak zu verfogen.

Erstellt von Benjamin
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Kommentare

Benni, ich liebe deinen Schreibstil einfach. Ich hab so gelacht beim Lesen....

Geschrieben von Julia am 20.07.2019 um 13:27
Ich muss noch nachsehen ob der Rhondratempel den Beinamen "Höhle des Löwen" hat. Wenn nicht bin ich sehr enttäuscht.

Geschrieben von Benjamin am 20.07.2019 um 09:48